Im Folgenden informiert die GRS über interessante Themen "rund um's Herz".

Die Abhandlungen wurden zum Teil auch in den "Kleinblittersdorfer Nachrichten" veröffentlicht.

Inhalt:

Vorhofflimmern

Herz- und Kreislaufbeschwerden bei Wetterumschwüngen

Ein gesundes Herz im Herbst

Unser Herz

Vorhofflimmern 

 

Vorhofflimmern: Nur jeder Zweite spürt Symptome

Herzstolpern und Herzrasen sind typische Symptome für Vorhofflimmern. Doch einige Betroffene haben auch keine Beschwerden.

Vorhofflimmern Symptome: Vorhofflimmern gilt als die häufigste Herzrhythmusstörung in Deutschland. Bei dieser Erkrankung ist das Herz völlig außer Takt. Die „flimmernden“ Vorhöfe, sind nicht mehr fähig, sich ordnungsgemäß zusammenzuziehen, es kommt zu unregelmäßigen Herzaktionen. Das Herz kann dann mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute rasen. Das Besondere: Keine andere Rhythmusstörung zeigt sich mit so unterschiedlichen Symptomen. Manche Betroffene versetzt der plötzliche unregelmäßige Herzschlag regelrecht in Panik. Bei anderen – Schätzungen gehen von bis zu jedem zweiten aus – tritt Vorhofflimmern ohne Beschwerden oder nur mit kaum merklichen Symptomen auf. Erfahren Sie, auf welche Warnzeichen und Symptome Sie besonders achten sollten und wie Sie Vorhofflimmern ohne Symptome erkennen können.

Vorhofflimmern: Symptome spürt nicht jeder

Die Symptome, mit denen sich Vorhofflimmern äußert, können sehr unterschiedlich sein. Sie reichen von beschwerdefreien (asymptomatischen) Verlaufsformen über ein als unangenehm empfundenes Herzstolpern bis hin zu ausgeprägten Symptomen, wie Panikzuständen. Kommt es zum anfallsartigen, plötzlichen Vorhofflimmern (paroxysmales Vorhofflimmern), nehmen Betroffene häufig einen schnellen, unregelmäßigen oder chaotischen Herzschlag wahr. Das kann sehr unangenehm sein. Andere mögliche Symptome für Vorhofflimmern sind:

  • unregelmäßiger und beschleunigter Puls (oft bis zu 160 Schläge pro Minute),
  • Unruhegefühl,
  • Luftnot bei Belastung,
  • geringere körperliche Leistung, Schwächegefühl,
  • Schwindel,
  • Schmerzen in der Brust,
  • kurzzeitige Bewusstlosigkeit (Synkope)

Gerade jüngere Betroffene empfinden Vorhofflimmern oft als dramatisches Ereignis. Die Betroffenen spüren ein Druckgefühl im Brustkorb, es kommt ihnen so vor, also ob das Herz bis zum Hals schlägt. Patienten, die schon herzkrank sind, leiden dagegen besonders häufig unter Atemnot, Brustschmerz und Schwindel. Denn ihr schon angeschlagenes Herz kann die Herzrhythmusstörung schlechter vertragen. Warum die Beschwerden bei Vorhofflimmern individuell so unterschiedlich ausfallen, ist bis heute nicht verstanden und Gegenstand der Forschung.

Wie verlaufen die Symptome?

In der Regel tritt Vorhofflimmern zunächst in einem unerwarteten Anfall (paroxysmales Vorhofflimmern) auf. Die Herzrhythmusstörung beginnt plötzlich und hört meist innerhalb von 24 Stunden ebenso plötzlich wieder auf. Häufig zeigen sich die Symptome auch nachts im Schlaf. Bei anderen wiederum gibt es typische Auslöser für eine Vorhofflimmern-Episode, wie Stress oder zu viel Alkohol. Wenn gerade bei einem jungen Menschen ein einmaliges Ereignis einen solchen Anfall ausgelöst hat, kann es bei dieser einen Episode bleiben. Meist hat Vorhofflimmern jedoch die Eigenschaft, erneut aufzutreten und chronisch zu werden. Gerade wenn das Vorhofflimmern chronisch wird, haben die Betroffenen meist keine ausgeprägten Symptome mehr. Die Patienten merken jedoch, dass sie nicht mehr so belastbar und leistungsfähig sind.

Wann sollte ich mit Vorhofflimmern ins Krankenhaus?

Bei vielen Menschen ist das Auftreten von Herzstolpern und Herzrasen eine einmalige Angelegenheit. Dennoch erfolgt beim erstmaligen Auftreten häufig eine Einweisung, um rasch die nötigen Herzuntersuchungen durchzuführen, im Einzelfall auch, um einen Herzinfarkt oder eine Lungenembolie auszuschließen. Ist das Vorhofflimmern bekannt und die Symptome erträglich, ist auch eine bis zu 48-stündige „Wait and Watch“-Periode vertretbar. Danach sollte dennoch zur weiteren Kontrolle ein Hausarztbesuch erfolgen. Bei heftigen Beschwerden, die mit Brustschmerzen und Atemnot oder nach kurzzeitiger Bewusstlosigkeit verbunden sind, oder Beschwerden, die sich im Verlauf der Attacke verstärken, sollte direkt die 112 angerufen werden.

Vorhofflimmern ohne Symptome:

Mit dem Alter steigt das Risiko, Vorhofflimmern zu bekommen. Im Alter über 70 ist etwa jeder zehnte Mensch betroffen. Das Tückische: Ausgerechnet ältere Menschen haben oft keine Beschwerden. Ein asymptomatisches Vorhofflimmern wird dann oft nur durch Zufall beim Arzt entdeckt, etwa beim Pulsfühlen, Blutdruckmessen oder wenn ein EKG geschrieben worden ist – oder wenn es zu einem Schlaganfall gekommen ist. Denn die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden, besteht auch, wenn man Vorhofflimmern gar nicht spürt. Die Herzstiftung empfiehlt daher Menschen ab 65 sowie Menschen mit Bluthochdruck, regelmäßig den Puls zu kontrollieren.

Puls messen bei Vorhofflimmern:

Der Puls ist bei Vorhofflimmern meist beschleunigt und unregelmäßig. Das Herz schlägt dann selbst in Ruhe oft mit über 100 Schlägen pro Minute. Normal ist am Tag ein Ruhepuls von 60 bis 90 Schlägen. Das lässt sich durch eine einfache Messung am Handgelenk oder mit einem Blutdruckmessgerät überprüfen. Setzen Sie sich dazu 5 Minuten ruhig hin und ertasten Sie Ihren Puls am Handgelenk: Legen Sie dazu den Zeige- und Mittelfinger auf die Innenseite des Handgelenks und suchen Sie die Unterarmarterie. Messen Sie den Puls 30 Sekunden lang und verdoppeln Sie anschließend das Ergebnis.

Merke:  Auch ohne Symptome sollten ältere Menschen regelmäßig ihren Puls kontrollieren, insbesondere, wenn sie an Bluthochdruck leiden. Auffällige Werte sollten sie ärztlich abklären lassen.

Vorhofflimmern und Kammerflimmern – ein großer Unterschied:

Vorhofflimmern ist nicht unmittelbar lebensbedrohlich, aber erhöht das Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen. Es ist nicht zu verwechseln mit dem gefährlichen Kammerflimmern, dass immer einen Notfall darstellt. Die Symptome von Kammerflimmern entsprechen denen eines Herzstillstandes. Betroffene werden binnen Sekunden bewusstlos und können sich nicht mehr selbst helfen. Ist kein Puls mehr zu tasten – Kammerflimmern ist dafür die häufigste Ursache – sollten Außenstehende sofort den Notarzt rufen und mit der Herzdruckmassage beginnen. Unbehandelt führt Kammerflimmern zum plötzlichen Herztod. Dies tritt beim Vorhofflimmern so nicht auf.

 

Quelle: Deutsche Herzstiftung

ebenso veröffentlicht in "Kleinblittersdorfer Nachrichten" Nr. 11 / 2024

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Herz- und Kreislaufbeschwerden bei Wetterumschwüngen

 

Einfluss des Wetters auf den Körper: Jeden trifft es anders

Heute 30 Grad, morgen Starkregen und Gewitter – extreme Wetterwechsel werden immer häufiger. Manche Menschen nehmen diese Wetterwechsel stärker wahr: Sie lösen Unwohlsein und im schlimmsten Fall sogar gesundheitliche Probleme bei ihnen aus. Dabei kann das Wetter im eigentlichen Sinn nicht krank machen. Es kann jedoch bestehende Krankheiten und Beschwerden verschlimmern.

Die Reaktion auf das Wetter hängt von den individuellen Voraussetzungen, beispielsweise dem allgemeinen Gesundheitszustand, aber auch sonstigen Belastungen wie Schlafmangel oder Stress ab. Zudem wird sie von landschaftsklimatischen, jahres- und tageszeitlichen Faktoren beeinflusst. Ein gesunder Organismus vollzieht notwendige Anpassungen bei Wetteränderung meist unbemerkt. Bei wetterempfindlichen Menschen kann der Organismus dies jedoch nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr. Davon betroffen sind meist Menschen, deren Körper vom Alter oder durch chronische Erkrankungen wie Rheuma, Asthma sowie Herz-Kreislauf-Probleme bereits geschwächt ist. Wetterumschwünge können auch Patienten mit zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck zu schaffen machen. 

„wetterfühlig“ ist nicht gleich „wetterempfindlich“

Die Wirkung des Wetters auf den menschlichen Organismus nennt man „Biotropie“. Hier wird zwischen wetterragierend, wetterfühlig und wetterempfindlich  unterschieden. Wetterreagierend sind grundsätzlich alle Menschen. So ist man bei sonnigem Wetter mit angenehmen Temperaturen meistens besser gelaunt als bei Regen und Kälte. Bei Wetterfühligen wirkt sich der Wetterumschwung nicht nur auf die Stimmung aus, sondern führt auch zu körperlichen Symptomen wie Kopfdruck, Schwindel, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Rund 15 - 20 % der Menschen sind richtig wetterempfindlich. Bei ihnen verstärken bestimmte Wetterlagen bestehende Erkrankungen etwa der Gelenke oder des Herz-Kreislauf-Systems. Die Hälfte von ihnen weist eine sogenannte "Vorfühligkeit" auf, das bedeutet, dass sie schon vor Umschwüngen Veränderungen spüren.

Das passiert bei Wetterlagen im Körper

Um eine optimale Organfunktion zu gewährleisten, muss die Körpertemperatur bei jedem Wetter konstant bei 37 °C gehalten werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei das vegetative Nervensystem. Es regelt lebenswichtige Funktionen wie Herzschlag, Atmung, Blutdruck und den Stoffwechsel. Je stärker die Wetteränderung, desto mehr reagiert der Körper mit Anpassungsvorgängen. Ob man diese spürt, hängt von Art und Intensität des Wettereinflusses ab. Hier ist nicht nur die Temperatur bedeutsam, sondern auch die Luftfeuchtigkeit, die Windstärke, der Luftdruck und das Sonnenlicht haben Einfluss. Besonders ausgeprägt ist die Wirkung im Übergangsbereich zwischen einem abziehenden oder sich abschwächenden Hochdruckgebiet und einem herannahenden Tief, beim Durchzug von Warm- und Kaltfronten sowie auf der Rückseite eines abziehenden Tiefdruckgebiets. Bei diesen markanten Wetterumschwüngen ändern sich nämlich auch alle meteorologischen Elemente wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Luftbewegung, die Bewölkung und damit der Sonnenschein sowie die Strahlungsverhältnisse.

Mögliche Wettereinflüsse auf Herz- und Kreislauf

Hitze

Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit (Verengungen der Herzkranzgefäße), Rhythmusstörungen oder Herzschwäche kann die Hitze ernsthaft zusetzen und zur großen Belastung für den bereits geschwächten Organismus werden. „Im höheren Lebensalter versteifen Blutgefäße, so dass ein ohnehin beeinträchtigter Organismus überfordert werden kann, wenn wegen Wetterveränderungen zusätzliche Regulationsleistungen erforderlich sind“, erklärt Medizin-Meteorologe Professor Dr. Andreas Matzarakis. Damit der Körper abkühlt, erweitern sich die Blutgefäße (Vasodilatation), der Blutdruck sinkt daraufhin. Mögliche Folgen können ein plötzlicher Blutdruckabfall oder Kreislaufkollaps sein. „Manchmal fällt der Blutdruck so stark ab, dass die Dosis der Blutdruckmedikamente nach Rücksprache mit dem Arzt angepasst werden muss. Vorbeugen kann man, indem man die Hitze möglichst meidet und Aktivitäten wie Sport in kühlere Phasen wie den Morgen oder den Abend verlagert“, erklärt der Hochdruckexperte Professor Dr. med. Heribert Schunkert vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Kardiologe am Deutschen Herzzentrum München. Aber auch das Gegenteil kann laut Schunkert der Fall sein. „Wer einen zu hohen Blutdruck hat, leidet in Hitzeperioden besonders, weil extreme Hitze den Körper so unter Stress setzt, dass der Blutdruck zusätzlich steigen kann“. Auch die Gerinnungsfähigkeit und Zähflüssigkeit (Viskosität) des Blutes können sich durch Flüssigkeitsverlust (Schwitzen), bedingt durch hohe Temperaturen verändern – das Blut wird dicker und klebriger. Das Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkt, Venenthrombosen und Lungenembolien nimmt zu. 

Schwülwarmes Wetter

Auch schwülwarmes Wetter sowie Schwankungen des Luftdrucks und der Luftfeuchtigkeit erfordern Gegenregulationen des Herzens und der Blutgefäße. Die Wärme wird vom Kreislauf nur unter erheblicher Anstrengung, häufig auch nur unzureichend, aus dem Körper transportiert. Dies belastet besonders einen geschwächten Herzmuskel, aber auch das Risiko von Schlaganfällen und Herzinfarkten wird erhöht.

Durchzug von Wetterfronten

Ein plötzlicher Temperaturrückgang nach einer vorherigen längeren Periode mit überwiegend konstanten Temperaturen verursacht eine Verengung der Blutgefäße. Aufgrund des vermehrten Widerstands der nun eng gestellten Arterien steigt der Blutdruck, was eine Gegenregulation über die normalen Regulationen hinaus notwendig macht. Hier zeigen zum Beispiel epidemiologische Studien, dass bei Patienten mit Bluthochdruck die Beschwerden zunehmen, wenn eine Kaltfront durchzieht. Möglich Auswirkung: Folgeerkrankungen von hohem Blutdruck wie Herzinfarkt oder Schlaganfall werden wahrscheinlicher

Kälte

Starke Kälte und Minustemperaturen können eine starke Verengung (Vasokonstriktion) der Blutgefäße bewirken. Das Herz muss das Blut gegen einen größeren Widerstand durch die Adern pumpen – ist es vorgeschädigt, kann das zur Überforderung und letztlich zum Herzinfarkt führen. Außerdem kann es bei geringen Temperaturen und Vasokonstriktion in den betroffenen Geweben zu einer Minderdurchblutung sowie zu einem Flüssigkeitsverlust über die Niere kommen, was ebenfalls die Zähflüssigkeit des Blutes erhöht. „Dies wiederum führt zu einer verringerten Blutströmungsgeschwindigkeit bis hin zum Blutstau in den Venen, das Risiko für Verklumpungen und die Bildung venöser Thrombosen kann ansteigen“, erklärt Prof. Matzarakis. Durch die erhöhte Viskosität ist das Fließvermögen des Blutes herabgesetzt. Das Risiko für Verklumpung und die Bildung venöser Thrombosen steigt. Für Patienten mit koronarer Herzkrankheit,Verengungen der peripheren Arterien (pAVK) oder der Venen bedeuten Wetterextreme somit ein zusätzliches Risiko für Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Gerinnselbildung.


Positive Wettereffekte

Ein positiver Einfluss des Wetters auf die menschliche Gesundheit ist im Bereich des Hochdruckszentrums zu finden, sofern gleichzeitig keine thermische oder lufthygienische Belastung vorliegt.


Biowetter zeigt, wie sich Wetter auf Herz und Kreislauf auswirkt

Durch genauere Vorhersagen haben Betroffene die Möglichkeit, sich besser auf Wetterumschwünge einzustellen. Das Biowetter gibt einen Gefahrenindex für Wetterempfindliche und Personen mit Vorerkrankungen an und informiert, ob die Wettereinflüsse eine geringe, hohe oder keine Gefährdung auf die jeweilige Vorerkrankung darstellen. Diese Vorhersagen helfen vor allem älteren und kranken Menschen, zusätzliche Belastungen zu vermeiden und sich auf das jeweilige Wetter einzustellen.

Vorsorgende Maßnahmen treffen

Jeder, der Wetterschwankungen spürt, kann einiges dafür tun, seinen Gesundheitszustand zu stärken und einem ungünstigen Wettereinfluss entgegenzuwirken. Dazu gehören alle Methoden, die das vegetative Nervensystem, das die Regulation der Blutgefäße steuert, zu trainieren, wie:

  • Kneippsche Anwendungen (Kneipbäder)
  • Wechselduschen
  • Sauna
  • Bewegung an der frischen Luft (bei Wind und Wetter)

Zusätzlich hilft eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung, regelmäßigem Schlafrhythmus und einer ausgewogenen Ernährung, sich auch bei Wetterumschwüngen wohler zu fühlen.

Wetterempfindliche sollten Arztgespräch suchen

Für wetterempfindliche Menschen eignen sich die vorbeugenden Maßnahmen teilweise auch. Da bei ihnen allerdings bereits Grunderkrankungen vorliegen, sollten sie jedoch mit ihrem behandelnden Arzt unbedingt zuvor abklären, was sie sich bei ihrer jeweiligen Erkrankung zumuten können und welche Methoden für sie am besten sind.


Experte:

Professor Dr. Andreas Matzarakis

Leitet das Zentrum für Medizin-Meteorologische  Forschung (ZMMF) des Deutschen Wetterdienstes in Freiburg


Quelle: Deutsche Herzstiftung 

ebenso veröffentlicht in "Kleinblittersdorfer Nachrichten" Nr. 49 / 2024

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Für ein gesundes Herz im Herbst 

 Teil 1: Bewegung

 

Der Herbst ist eine Jahreszeit des Wandels, nicht nur für die Natur, sondern auch für unseren Körper. Es ist die ideale Zeit, um sich auf die Herzgesundheit zu konzentrieren und einen gesünderen Lebensstil anzunehmen. In diesem Artikel stellen wir Ihnen einige Übungen vor, mit denen Sie Ihr Herz während des Jahreszeitenwechsels in Form halten können

Warum der Herbst so wichtig für die Herzgesundheit ist:  Eine Jahreszeit der Möglichkeiten. Der Herbst ist eine Jahreszeit, die oft mit Veränderungen und der Vorbereitung auf die kälteren Wintermonate verbunden ist. Doch der Herbst ist nicht nur eine Zeit des Übergangs, sondern aus mehreren Gründen auch eine wichtige Jahreszeit für die Herzgesundheit. Hier erfahren Sie, warum Sie in diesen Monaten besonders auf Ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit achten sollten.

Der Reichtum an saisonalen Lebensmitteln.  Der Herbst ist eine reichhaltige Jahreszeit, wenn es um gesunde Lebensmittel fürs Herz geht. Lebensmittel wie Kürbis, Pilze und Kastanien sind nicht nur lecker, sondern auch unglaublich nahrhaft. Kürbis zum Beispiel ist reich an Ballaststoffen und Vitamin A, die beide die Herzgesundheit unterstützen. Pilze enthalten wichtige Mineralien und Vitamine, die zur Regulierung des Blutdrucks beitragen. Kastanien wiederum sind eine gute Quelle für Ballaststoffe und Vitamine des B-Komplexes, wertvoll um den Cholesterinspiegel niedrig zu halten.

Übungen für ein gesundes Herz

Ein flotter Spaziergang von mindestens 30 Minuten pro Tag kann Wunder für Ihr Herz bewirken. Er verbessert nicht nur die Blutzirkulation, sondern reduziert auch Stress, einen wichtigen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Leichtes Laufen ist eine weitere hervorragende Übung für das Herz. Es ist jedoch wichtig, einen Arzt zu konsultieren, bevor Sie mit einem Laufprogramm beginnen, insbesondere wenn Sie bereits Herzprobleme haben.

Yoga ist nicht nur eine körperliche Übung, sondern auch ein geistiges Training. Atemtechniken und Yogastellungen können dazu beitragen, Stress und Blutdruck zu senken.

Schwimmen ist eine sanfte Übung, die hervorragend für die Herzgesundheit ist. Es hilft, den Kreislauf und die kardio-vaskuläre Ausdauer zu verbessern.

Radfahren ist eine weitere unterhaltsame und effektive Möglichkeit, das Herz fit zu halten. Sie können es im Freien oder auf einem Heimtrainer betreiben.

Gewichtheben ist entgegen der landläufigen Meinung tatsächlich sehr gut für das Herz. Es baut die Muskelmasse auf, was wiederum dazu beiträgt, mehr Kalorien zu verbrennen. Pilates  ist eine großartige Übung für die Körpermitte, aber auch für das Herz. Es verbessert die Beweglichkeit und die Kraft und verringert das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Tanzen ist eine unterhaltsame Art, sich zu bewegen und sein Herz gesund zu halten. Ob Standart- oder Volkstanz, die Vorteile sind zahlreich.

Stretching  ist wichtig, um die Muskeln flexibel zu halten, was für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems wichtig ist. Es kann als Teil eines Aufwärmprogramms oder als eigenständige Übung durchgeführt werden.

Meditation  mag wie eine passive Tätigkeit erscheinen, aber es hat sich gezeigt, dass sie Stress und Blutdruck reduziert, beides Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Ihre Herzsportgruppe Kleinblittersdorf 

Quelle: Gothaer Versicherung 

ebenso veröffentlicht in "Kleinblittersdorfer Nachrichten" Nr. 42 / 2025


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Für ein gesundes Herz im Herbst 

Teil 2:  Ernährung


Herbst ist eine Jahreszeit des Wandels. In diesem Artikel stellen wir Ihnen einige Ernährungstipps vor, mit denen Sie Ihr Herz während des Jahreszeitenwechsels in Form halten können.

Detaillierte Ernährungstipps

Der Granatapfel  ist ein Superfood für das Herz, reich an Antioxidanten und Vitamin C, die helfen, den Cholesterinspiegel zu senken und die Blutzirkulation zu verbessern.

Die Kiwi ist eine ausgezeichnete Quelle für Vitamin C und andere Nährstoffe, die für das Herz von Vorteil sind. Außerdem ist die Kiwi kalorienarm, was sie zu einem hervorragenden Snack macht.

Äpfel  sind reich an Ballaststoffen und Vitamin C und deshalb eine ausgezeichnete Wahl für die Herzgesundheit. Außerdem sind sie vielseitig und können in vielen Rezepten verwendet werden.

Pilze  sind eine ausgezeichnete Quelle für B-Vitamine und haben ebenfalls wenig Kalorien. Sie sind eine hervorragende Ergänzung zu jeder Diät die zur Herzgesundheit beiträgt. Kastanien sind reich an Ballaststoffen und Vitamin E, die beide die Herzgesundheit unterstützen. Außerdem sind sie eine gute Quelle für komplexe Kohlenhydrate.

Ein gesundes Herz im Herbst zu erhalten, mag wie eine Herausforderung erscheinen. Vor allem angesichts der kulinarischen Verlockungen der Jahreszeit und des kälteren Wetters, welche von körperlicher Aktivität abhalten könnten. Es ist jedoch einfacher, als Sie vielleicht denken, und die Vorteile sind unendlich. So geht’s.

Die Synergie zwischen Bewegung und ausgewogener Ernährung
Einer der Schlüssel zur Erhaltung eines gesunden Herzens ist die Kombination aus Bewegung und ausgewogener Ernährung. Es geht nicht nur darum, dass eine oder das andere zu tun, sondern es ist die Kombination aus beidem, welches die besten Ergebnisse bringt. Eine Ernährung, die reich an Herbstfrüchten und -gemüse ist, wie beispielsweise Kürbis und Granatapfel, kann man zudem durch ein Herz-Kreislauf-Trainingsprogramm wie Laufen oder zügiges Gehen ergänzen.

Gesund und glücklich im Herbst leben.  Der Herbst ist eine Jahreszeit, die viele Möglichkeiten bietet, gesund und glücklich zu sein. Die sich verfärbenden Blätter und die frische Luft können sehr belebend auf uns wirken. Nutzen Sie diese natürliche Energie, um sich zur Bewegung im Freien zu motivieren. Außerdem ist der Herbst reich an Lebensmitteln, die nicht nur köstlich sind, sondern sich auch positiv auf Ihre Herzgesundheit auswirken. Nehmen Sie diese Lebensmittel in Ihren Ernährungsplan auf, und Sie werden den Unterschied spüren.

Vorbeugen ist der Schlüssel.  Denken Sie immer daran, dass Vorbeugen viel wirksamer ist als Heilen, wenn es um Ihre Gesundheit geht. Es ist viel einfacher, ein gesundes Herz durch gesunde Gewohnheiten zu erhalten, als zu versuchen, den Schaden zu „reparieren“. Ergreifen Sie also jetzt vorbeugende Maßnahmen; Ihr Herz wird Ihnen dafür später dankbar sein.

Ein einfacher, aber wirksamer Aktionsplan.

Beginnen Sie mit kleinen Schritten. Es ist nicht notwendig, einen Marathon zu laufen oder eine strenge Diät einzuhalten. Ein gesundes Herz im Herbst zu erhalten, ist nicht nur möglich, sondern mit der richtigen Kombination aus Bewegung und ausgewogener Ernährung auch erstaunlich einfach. Und das Schöne daran ist, dass diese positiven Veränderungen leicht zu Gewohnheiten werden können, die Ihnen ein Leben lang dienen werden.       


Ihre Herzsportgruppe Kleinblittersdorf 

Quelle: Gothaer Versicherung 

ebenso veröffentlicht in "Kleinblittersdorfer Nachrichten" Nr. 43 / 2025

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  UNSER HERZ     Teil 1

 

Das Herz ist der Motor unseres Lebens. Der faustgroße Herzmuskel im unserer Brust bildet zusammen mit den Blutgefäßen das Herzkreislaufsystem. Venen transportieren sauerstoffarmes Blut aus dem Körper in die rechte Herzhälfte. Wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht, wird das „verbrauchte“ Blut zur Lunge gepumpt, wo es dann mit Sauerstoff angereichert wird. Das nun sauerstoffreiche Blut fließt zur linken Herzhälfte und gelangt in die Arterien. Sie transportieren nun das Blut durch den Körper und versorgen so den ganzen Organismus. Benötigt der Körper bei Belastung mehr Sauerstoff, schlägt das Herz schneller.

In 24 Stunden schlägt das Herz 100 000 bis 120 000 x. Diese unglaubliche Leistung vollbringt das Herz Tag für Tag. Aber auch das Herz selbst ist auf Sauerstoff und Nährstoffe angewiesen, um diese enorme Leistung zu erbringen. Der Muskel des Herzens wird mit Gefäßen versorgt die kranzförmig um das Herz verlaufen, die sogenannten Herzkranzgefäße. Sie entspringen aus dem größten Gefäß des Organismus, der Aorta und versorgen den gesamten Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut.


Was ist KHK?

KHK ist die Abkürzung für „koronare Herzkrankheit“. Sie ist eine Erkrankung, bei der die Herzkranzgefäße durch Ablagerungen verengt sind. Bei steigender körperlicher Belastung reicht der Blutfluss in den verengten Gefäßen nicht mehr aus, um den Herzmuskel ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Es kann also nicht mehr richtig arbeiten. Darauf reagiert der Körper meist mit Schmerzen in der Brust der sogenannten Angina pectoris. Bleibt eine KHK unbehandelt, drohen schweren Schädigungen des Herzens wie Herzmuskelschwäche und Herzrhythmus-störungen. Auch ein Herzinfarkt oder der plötzliche Herztod können die Folgen sein. Zu Beginn der KHK ist nicht der Herzmuskel krank, sondern die Gefäße und der Stoffwechsel.

Fortsetzung folgt.

 

Quelle: DGPR Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation.

 

ebenso veröffentlicht in "Kleinblittersdorfer Nachrichten" Nr. 39 / 25,9,2026

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UNSER HERZ     Teil 2


So entsteht die KHK

Die koronare Herzkrankheit ist eine krankhafte Veränderung der Blutgefäße – die Arteriosklerose. Aggressive Blutbestandteile lösen entzündliche Veränderungen an der Innenschicht der Gefäßwände aus. Dadurch kommt es zu Einlagerungen und Umbauprozessen, die die Gefäßwände allmählich härter und dicker werden lassen. An diesen Einlagerungen können Blutblättchen hängen bleiben, und es kann zu Wucherungen der Gefäßinnenschichtzellen kommen. Daraus entsteht eine sogenannte Plaque (Ablagerung). Im Laufe der Zeit verkleinert sich so der Durchmesser der Gefäße, d.h. sie werden enger.

Zu Beginn der Krankheit ist die Blutzufuhr zum Herzmuskel noch nicht wesentlich beeinträchtigt. Die Schädigung der betroffenen Gefäße schreitet jedoch stetig voran, bis diese so stark verengt sind, dass sie das Herzmuskelgewebe nicht ausreichend mit Blut versorgen können. Dadurch kann das Herz nicht mehr richtig arbeiten. Im weiteren Verlauf kommt es zu vermehrten Be-schwerden bei immer geringeren Belastungen. Die Gefäß-veränderungen werden auch als Herzkranzgefäßverkalkung, Koronarsklerose oder Arteriosklerose der Herzkrankgefäße bezeichnet.

Das individuelle Risiko

Veränderungen an den Arterien gehören zum natürlichen Alterungsprozess des Menschen. Je älter man wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Ablagerungen in den Gefäßen bilden. Das Alter, Veranlagung und das Geschlecht sind Risikofaktoren auf die man keinen Einfluss nehmen kann. Viele Menschen sind „genetisch vorbelastet“. Außerdem sind Frauen durch ihre Geschlechtshormone besser vor der KHK geschützt als Männer. Nach den Wechseljahren geht dieser Schutz jedoch sehr schnell verloren und das Risiko gleicht sich an.

Risikofaktoren sind: Alter, Genetische Veranlagung, Geschlecht, Mangelnde Bewegung, Ungesunde Ernährung und Übergewicht, Psychischer Stress, Rauchen, Diabetes Mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Nächtliche Atemaus-setzer, Gicht.

Fortsetzung folgt.

 

Quelle: DGPR Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation.

 

ebenso veröffentlicht in "Kleinblittersdorfer Nachrichten" Nr. 40 / 2.10.2026

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UNSER HERZ     Teil 3


 So wird KHK (koronare Herzkrankheit) festgestellt.

Alle zwei Jahre haben gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren Anspruch auf eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung, bei der unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestimmt wird. Bei der Untersuchung befragt Sie ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin zu Beschwerden und Vorerkrankungen. Nach der körperlichen Untersuchung, die die Kontrolle der führenden Blutgefäße z.B. Halsschlagadern, die Fußpulse, die Lunge, das Herz betreffen, werden die Cholesterin- und Zuckerwerte im Blut bestimmt. Wenn alle Ergebnisse vorliegen, werden Sie darüber informiert, ob auffällige Befunde vorliegen. Durch diese Untersuchung kann die KHK aber meist nicht festgestellt werden. Bei Verdacht auf KHK überweist Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt Sie zu einem Kardiologen. Um einem Verdacht nachzugehen wird in der Regel ein Belastungs-EKG durchgeführt. Dabei wird mit Hilfe eines Ergometers eine messbare Belastungssituation geschaffen, indem der Tretwiderstand in regelmäßigen Zeitabständen gesteigert wird. Das Herz muss darauf hin mehr leisten und hat einen erhöhten Sauerstoffbedarf. Auf den aufgezeichneten Herzströmen, dem EKG, kann der Arzt oder die Ärztin Rückschlüsse auf die Sauerstoffversorgung des Herzens ziehen und so eventuell vorliegende Gefäßverengungen feststellen. Solange die verengten Gefäße ausreichend Sauerstoff zum Herzmuskel transportieren können, ist die KHK nicht spürbar. Schreiten allerdings die Gefäßveränderungen weiter voran, kommt es bei plötzlicher körperlicher Belastung zu einer Unterversorgung des Herzens mit Sauerstoff. Dann zeigen sich die typischen Beschwerden einer Angina pectoris. Die betroffenen Patienten klagen meist über brennende Schmerzen hinter dem Brustbein, die in den linken oder rechten Arm und in den Hals ausstrahlen können. Die Atmung fällt schwer und es kommt zu vermehrtem Schwitzen. Aber auch ein dumpfer Druck oder Engegefühl im Brustkorb stellt sich ein. Wenn das Herz wieder genug Sauerstoff bekommt, lassen in der Regel die Schmerzen nach.

Fortsetzung folgt.

 

Quelle: DGPR Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation.

 

ebenso veröffentlicht in "Kleinblittersdorfer Nachrichten" Nr. 41/ 9.10.2026

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UNSER HERZ     Teil 4

   

Angina pectoris

Je nach Schwere werden zwei Formen der Angina pectoris unterschieden.

Stabile Angina pectoris

Die Schmerzen kommen „zuverlässig“ bei körperlicher Belastung und verändern sich nicht in Häufigkeit, Dauer oder Stärke.

Instabile Angina pectoris

Die Schmerzen kommen unerwartet oder häufiger als sonst oder sie nehmen in Dauer und Stärke zu, was auf neue Gefäßschäden oder einen Herzinfarkt hinweist. Schmerzen werden über Nervenfasern an das Gehirn übertragen. Einige Krankheiten wie z.B. Diabetes mellitus, schädigen das Nervensystem. Die Betroffenen können im schlimmsten Fall gar keine Schmerzen mehr empfinden. Man spricht dann von einer „Stummen Angina pectoris“, die nur durch die Leistungsminderung bemerkt wird. Durch Vorsorgeuntersuchungen kann diese Angina pectoris entdeckt werden.

Mögliche Folgen der KHK

Bei der KHK wird das Herzmuskelgewebe durch Sauerstoff-mangel geschädigt. Im Verlauf der Krankheit können daher Herzerkrankungen auftreten.

Herzinsuffizienz

Die Herzinsuffizienz ist eine Leistungsschwäche des Herzens. Der Herzmuskel steuert die gepumpte Blutmenge, indem er Stärke und Häufigkeit des Herzschlages verändert. Diese Funktionen können aufgrund der Koronarsklerose gestört sein. Die Herzinsuffizienz kann eine oder beide Herzkammern betreffen. Bei einer Funktionsstörung der linken Herzkammer pumpt das Herz zu wenig Blut in den Kreislauf, bei einer Schwäche der rechten Herzkammer staut sich das Blut im Körper, vor allem in den Beinen und in den Bauchorganen

Fortsetzung folgt.

 

Quelle: DGPR Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation.

 

ebenso veröffentlicht in "Kleinblittersdorfer Nachrichten" Nr. 42/ 16.10.2026

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UNSER HERZ     Teil 5


 Herzrhythmusstörungen und plötzlicher Herztod

In die normale Herzmuskulatur sind spezielle Herzmuskelfasern eingebettet, die mit elektrischen Impulsen den Pumprhythmus des Herzens steuern. Sie bilden das so genannte Reizbildungs- und Reizleistungssystem. Das regelmäßige Pumpen des Herzmuskels spüren wir als Herzschlag. Wenn der Körper mehr Sauerstoff benötigt, z.B. beim Sport oder bei Aufregung, pumpt das Herz schneller. Bei verengten Herzkranzgefäßen kann jedoch trotz schnelleren Herzschlages nicht genug Sauerstoff zum Herzmuskel transportiert werden. Wenn dadurch Reizbildungs- und Reizleitungssystem geschädigt wird, gerät das Herz „aus dem Takt“. Herzrhythmusstörungen sind die Folge. Im schlimmsten Fall sind die elektrischen Impulse so unregelmäßig, dass das Herz überhaupt nicht mehr pumpen kann. Es kommt zum Kammerflimmern, dass innerhalb einer Minute zum plötzlichen Herztod führt.

Herzinfarkt

Beim Herzinfarkt stirbt ein Teil des Herzmuskelgewebes ab, weil der betroffene Bereich nicht mehr mit Blut versorgt werden kann. Der Infarkt wird durch den Verschluss eines zuvor meist verengten Herzkranzgefäßes verursacht. Steigt der Blutdruck aufgrund einer Kraftanstrengung an, kann die Plaque an der verengten Stelle aufplatzen. Das Gewebe unter der Plaque kommt nun in Verbindung mit dem fließenden Blut. Gerinnungs-fördernde Substanzen sorgen dafür, dass sich innerhalb kürzester Zeit ein Blutpfropfen, ein so genannter Thrombus, bildet. Er verschließt das Gefäß an Ort und Stelle und wird vom Blutstrom mitgespült und verstopft das Gefäß in seinem weiteren Verlauf.

Eine Herzensangelegenheit

Auch mit einer KHK ist eine hohe Lebensqualität möglich. Das gilt für Menschen, bei denen die Krankheit erst entdeckt wurde, aber auch für Personen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben. Das wichtigste Ziel ist es, die Lebensqualität zu steigern und das Voranschreiten der Krankheit zu verhindern. Sie legen das Fundament der Behandlung – denn Sie selbst können eine Menge für ihr Herz tun.

Fortsetzung folgt.

 

Quelle: DGPR Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation.

 

ebenso veröffentlicht in "Kleinblittersdorfer Nachrichten" Nr. 43/ 23.10.2026

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UNSER HERZ     Teil 6


 Koronare Herzkrankheit - Therapie

Für Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen besteht ein gemeinsames Risiko: Die Verkalkung der Herzkranzgefäße, Ablagerungen in den Gefäßinnenwänden (Koronarsklerose) behindern die Versorgung des Herzmuskels. Folglich kann das Herz nicht mehr richtig arbeiten. Diese Unterversorgung kann sich durch Schmerzen in der Brust bemerkbar machen. Bei der Behandlung der KHK geht es vor allem darum, das Voranschreiten der Gefäßveränderungen zu verhindern und bereits vorhandene Gefäßschäden zu beseitigen. Werden diese Therapieziele erreicht, gewinnen Sie an Lebensqualität und können Folgeschäden vermeiden.

Die Ziele der KHK Therapie im Überblick:

1.Verbesserung der Lebensqualität und

  des allgemeinen Wohlbefindens.

2.Steigerung und Erhaltung der Leistungsfähigkeit.

3.Vermeidung neuer und erneuter Verengungen.

4.Beseitigung des Risikos

 durch vorhandene Gefäßschäden.

5.Vermeidung krankheitsspezifischer Beschwerden.

6.Vermeidung von Begleit- und Folgeerkrankungen

  (Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt).

7.Begrenzung der Nebenwirkungen

  verordneter Medikamente.

Aufbau der KHK-Therapie

Die therapeutischen Maßnahmen bei der KHK bauen aufeinander auf und lassen sich in drei Gruppen zusammen-fassen: Die Basistherapie, die medikamentöse Therapie, die interventionelle Therapie.

An erster Stelle steht die Basistherapie Sie umfasst eine angepasste Ernährung, gesteigerte Alltagsaktivität, körperliches Training sowie Nikotinverzicht. Ein gesunder Lebensstil hilft, das Voranschreiten der Gefäßverengung zu verhindern und bereits vorhandene Schäden zu stabilisieren. Zusätzlich wird auch meist eine medikamentöse Therapie angewandt. Ist die KHK bereits vorangeschritten, helfen interventionelle Therapiemaßnahmen, Leben zu retten. Unterschiedliche Methoden ermöglichen die Aufweitung oder die Überbrückung verengter bzw. verschlossener Gefäße.

Fortsetzung folgt.

 

Quelle: DGPR Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation.

 

ebenso veröffentlicht in "Kleinblittersdorfer Nachrichten" Nr. 44/ 30.10.2026

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UNSER HERZ     Teil 7


Erinnern Sie sich welche Therapiearten es gibt?

Die Basistherapie

Die Grundlage für alle Behandlungsmethoden ist die Basistherapie. Sie verhilft Ihnen zu einer gesünderen Lebensweise und umfasst alle Maßnahmen, mit denen Sie selbst zur Behandlung der koronare Herzkrankheit und ihrer Risikofaktoren beitragen können. Die Basistherapie ist die Voraussetzung für die Vermeidung weiterer Gefäßverände-rungen und Folgeschäden. Somit halten Sie ein wichtiges Mittel für Ihren Therapieerfolg und mehr Lebensqualität selbst in den Händen. Die Ablagerungen die sich bei der KHK bilden, entstehen häufig durch Rauchen, Falsche Ernährung und Bewegungsmangel. Eine gesunde Ernährung, körperliche Aktivität machen Sie widerstandsfähiger für schädliche Einflüsse. Auf vermeidbare Schadstoffe wie z.B. aufs Rauchen sollte verzichtet werden.

Medikamentöse Therapie

Verschiedene Medikamente sollen helfen, positiven Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung zu nehmen. Ihre Wirkung wird durch die Basistherapie unterstützt. Wenn beide Therapieformen aufeinander abgestimmt sind, haben Sie gute Chancen, Ihren Gesundheitszustand dauerhaft zu verbessern und einen Herzinfarkt oder andere Folgeschäden zu vermeiden.

Interventionelle Therapie

Ein gesunder Lebensstil und darauf abgestimmte Medikamente sind bei der koronare Herzkrankheit (KHK) wirksame Maßnahmen, die Durchblutungsstörung des Herzmuskels langfristig abzubauen. In einigen Fällen können die Verengungen zum Zeitpunkt der Diagnose allerdings schon soweit fortgeschritten sein, dass ein schnelleres Eingreifen nötig ist. Dann kommen operative Eingriffe infrage. Es bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten den Blutfluss in den Herzmuskel zu fördern. Im ersten Fall werden die verengten Gefäße geweitet (Katheter-Untersuchung mit Ballondilatation).

Bei der zweiten Variante werden die verengten Gefäße durch körpereigene oder künstliche Blutleitungen überbrückt (Bypass).

Ballondilation

Bei der Ballondilatation (der so genannten PTCA) führt der Arzt einen Katheter mit einem Ballon an die Spitze in das verengte Gefäß ein. Dort wird der Ballon mit Flüssigkeit gefüllt, wodurch das verengte Gefäß wieder aufgedehnt wird. In vielen Fällen wird die Gefäßerweiterung durch ein feines Maschengerüst (Stent) stabilisiert, das gemeinsam mit dem Ballon in des Gefäß eingeführt wird, und nach dem „Ablassen“ des Ballons in der Gefäßwand verbleibt.

Bypass-Operation

Der Begriff „Bypass“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Überbrückung“. Bei dieser Operationsmethode wird das verengte oder verschlossene Gefäß überbrückt, entweder mit einem gesunden Blutgefäß, das dem Körper an einer anderen Stelle entnommen wurde oder einer künstliche Ader. Die Gefäße hinter der Engstelle oder dem Verschluss werden auf diese Weise mit einem gesunden, größeren Blutgefäß verbunden, so dass der Herzmuskel wieder mit Sauerstoff versorgt wird. Diese Operation ist dann sinnvoll, wenn mehrere Gefäße verschlossen sind oder eine Engstelle mit dem Katheter schlecht erreichbar ist.

Eine Bypassoperation kommt nach genauer Einschätzung in zwei Situationen in Betracht:

Wenn der Betroffene unter einer instabilen Angina pectoris leidet und deshalb ein Herzinfarkt droht, oder wenn alle großen Herzarterien durch Arteriosklerose verengt sind.

Hier endet diese Serie.

 

Quelle: DGPR Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation.

 

ebenso veröffentlicht in "Kleinblittersdorfer Nachrichten" Nr. 45/ 6.11.2026

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